Ich melde mich zurück mit einem kleinen Reisebericht über Bangkok, Südthailand und Siem Reap (Kambodscha). Wir waren auf eigene Faust unterwegs und haben alles komplett selbst organisiert, da wir uns offen lassen wollten, wie lange wir wo bleiben. Gerne möchte ich Euch erzählen, wie es uns dabei ergangen ist.
Flug
Wir haben unsere Flug von Frankfurt nach Bangkok via Bahrain mit Gulf Air gebucht, da er trotz Hochsaison unschlagbar günstig war (480 Euro für hin und zurück). Unser Flug wurde im Vorfeld 4x verschoben (immer um einige Stunden), was sehr nervig war und uns verunsichert hat. Am Ende des Tages wurde unsere sehr lange Aufenthaltszeit in Bahrain verkürzt, sodass es von Vorteil war. Gulf Air hat uns alles in allem überzeugt: das Essen und der Service waren wirklich sehr gut, die Maschine immer pünktlich.
Bangkok
Wir haben drei Tage in Bangkok verbracht und würden im Nachhinein sagen, dass 2 komplett ausreichen würden. Letzten Endes ist Bangkok ein weiteres Moloch mit schlechter Luft. Kulturell sehenswert ist die große Tempelanlage. Darüber hinaus lohnt es sich, einen Cocktail in der Bar des Lebua Hotels einzunehmen. Wenn wir ehrlich sind, dann war es das auch schon, was die Sehenswürdigkeiten angeht. Wir haben uns häufig im Viertel rund um die Khaosan Road rumgetrieben, wo sehr viele Traveller sind, nette Bars (z.B. Madame Masur) und Massagesalons. Das Viertel überzeugt aber weniger durch authentische Einblicke in das Thai-Leben. Ebenfalls nett ist eine Bootsfahrt über den Fluss. Für alle Damen: Toll shoppen lässt sich in Little India. Ich habe einen süßen Laden entdeckt, in dem es tolle Ethnoketten und Sandalen für wenige Euro gab. Ansonsten gibt es viele Einkaufszentren, die wir aber nicht aufgesucht haben. Übernachtet haben wir im Hostel @Hua Lamphong, was direkt am Bahnhof gelegen ist und ein super Preis-Leistungsverhältnis bietet.
Don´ts
Mir ist es schleierhaft, wie selbst im Loose-Reiseführer der Patpong Night Market empfohlen werden kann. Bitte nicht hingehen. Es handelt sich hierbei um eine Sexmeile sondergleichen, verziert mit doofen Touriständen, an denen nur Mist verkauft wird.
Festpreise in Taxis
Bitte niemals auf Festpreise mit Taxifahrern einlassen. In Bangkok hat grundsätzlich jedes Taxi ein Taximeter, die Fahrer wollen es nur nicht benutzen, sondern handeln lieber 5x so hohe Festpreise aus. Es ist sehr nervenaufreibend, weil wir zum Teil 10 Taxis anhalten mussten, bis ein Taxifahrer bereit war, uns auf dem ja eigentlich einzig legalen Wege mitzunehmen.
Floating Market
Bitte fahrt nicht nach Damnoen Saduak. Dieser Floating Market wird in allen Reiseführern beworben, dabei handelt es sich um eine Tourifalle sondergleichen. Die Fahrt im Bus dauert pro Strecke rund 1,5 Stunden. Dort verschwitzt angekommen, wird man von Thais begrüßt, die sündhaft teuere Tickets verkaufen. Als nächstes wird man mit einem motorisierten (schrecklich laut!) Longtail-Boot durch die Kanäle gefahren und kann bei den lokalen Händlern Früchte und allerlei andere Leckereien kaufen (die gibt es aber eh überall). Schlimm sind die ganzen Tourishops, an denen die Boote halten. Man kommt sich einfach nur verarscht vor. Besser ist vielleicht der Amphawa Floating Market, dort waren wir aber nicht.
Bangkok nach Surat Thani
Eine richtig gute Entscheidung war es, bereits in Deutschland das Zugticket, 1. Klasse, für den Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani im Süden zu buchen. Es hat pro Person 30 Euro gekostet. Dafür bekommt man ein Einzelabteil für 2 Personen mit Betten und super Service. Leider hat die thailändische Eisenbahn während wir vor Ort waren - man mag es gar nicht glauben – das Online Booking wieder eingestellt. Angeblich, weil Banden immer alle Tickets aufgekauft und für mehr Geld verkauft hatten. Surat Thani ist eine Durchgangsstadt, hier sollte man auf keinen Fall länger bleiben. Wir haben uns zum Flughafen fahren lassen, wo wir unser Mietauto (Avis, ca. 150 Euro für eine Woche) abholten.
Surat Thani – Khao Sok – Khao Lak – Phang Nga
Die Zeit mit dem eigenen Auto haben wir als die schönste empfunden, da wir nicht abhängig waren und immer entscheiden konnten, wie lange wir an einem Ort bleiben. Insgesamt kann man wirklich sehr gut selber mit dem Auto fahren. Die Straßen sind in einem besseren Zustand als in NRW, nur der Verkehr ist sehr heftig.
Unser erste Station war der Khao Sok National Park. Die Landschaft ist hier wirklich wunderschön. Überall stehen grün bewachsene, spitze Berge und Palmenhaine bis das Auge reicht. Wir haben auch eine Wanderung durch den Park gemacht, allerdings haben wir leider kein einziges Tier gesehen, was etwas enttäuschend war, es soll dort aber auch freilebende Elephanten geben. Übernachtet haben wir in einer Bambushütte mitten im Urwald mit offenem Badezimmer. Traumhaft! Wichtig: immer mit Anti-Mücken-Zeug eincremen, sonst wird man seines Lebens nicht mehr froh. Im Übrigen hat der Ort – wir waren außerhalb – auch tolle Übernachtungsmöglichkeiten in Form von Baumhäusern zu bieten!
Unser Ausblick von der Hütte…
Von Khao Sok aus sind wir an die Westküste nach Khao Lak gefahren, ein Ort, der in den Medien nach dem Tsunami Bekanntheit erlangt hat. Obwohl wir dort eigentlich länger bleiben wollten, sind wir nach ein paar Stunden weitergefahren, da es sich lediglich um sehr lange, schöne Strände mit Hotels handelt – war uns ein wenig zu langweilig. Von dort aus sind wir weiter bis nach Phang Nga gefahren, einem netten Ort im Landesinneren.
Phang Nga
Phang Nga ist der Ausgangsort für alle Ausflüge in die Phang Nga Bucht und auf die kleinen Inseln. Wir haben im Hotel Phang Nga Inn übernachtet – sehr zu empfehlen. Der Ort hat nicht allzu viel zu bieten, außer ein paar Affenhöhlen. Wir haben zufällig noch einen Markt entdeckt, auf dem viele Einheimische einkaufen. Das war absolut eindrucksvoll. Wer gerne halbe Hühner sehen möchte, in denen sich noch die Eier befinden, oder getrockneten Fisch und Chilis, der ist hier richtig. Hier bekommt man einen grandiosen Eindruck von der exzellenten Thaiküche – frische Kräuter überall.
Die Besitzer des Phang Nga Inn haben uns einen tollen Tipp für ein Restaurant gegeben, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß. Es lag am Fluss in Phang Nga und wir konnten in kleinen Holzhütten essen. Fantastische Küche!
Am nächsten Tag haben wir den üblichen Ausflug in die Phang Nga Bucht und zum James Bond Felsen gemacht. Landschaftlich wirklich eindrucksvoll. Auch wenn wir natürlich selbst Teil des Systems waren, ist es schade, dass an jeder schönen Stelle, bereits 30 weitere Boote waren. Sowieso ist dies ein Punkt, der mich in Thailand sehr enttäuscht hat. Wir waren nicht auf den typischen Touripfaden unterwegs und dennoch haben wir oftmals die wirklich einsamen Plätze vermisst (gibt es sie vielleicht gar nicht mehr?).
Don´t
So schön es sich anhört, bitte niemals bei dem muslimischen Fischerdorf, das sich mitten im Meer befindet, halt machen. Man fragt sich: wer war zuerst da? Die Touris oder die Thais? Jedenfalls ist es heute so, dass die Thais, die dort leben, von den Touris leben. Authentisch ist dort gar nichts mehr.
Nach einem sehr netten Schnorchelausflug am darauffolgenden Tag (auch wenn ich schon schönere Schnorchelgebiete kennen gelernt habe), fuhren wir weiter bis nach Krabi, von wo aus die Boote typischerweise nach Ko Phi Phi (haben wir uns gespart, soll zu überlaufen sein) und zu den anderen Insel losfahren. Krabi hat uns sehr gut gefallen. Wir haben auf der ganzen Reise nie so gut gegessen wir auf dem Night Market am Pier, der gleichwohl von Einheimischen als auch von Touristen besucht wird. Als Ausflugsziel haben wir uns für Ko Hong entschieden, angeblich eine der schönsten Inseln. Das stimmt so auch, allerdings muss man auch hier immer wissen, dass man zeitgleich mit 500 weiteren Personen vor Ort ist. Auf Ko Hong sind beim Tsunami rund 30 Menschen ums Leben gekommen. Zerstörte Boote, die ins Inland gedrängt worden waren, sind dort immer noch zu sehen.
Nach Krabi haben wir uns dafür entschieden, zurück zur Ostküste auf die Insel Ko Phangan überzusetzen. Leider mussten wir über Surat Thani zurück, um das Auto abzugeben. Dort wurde unser Blut wieder leicht in Wallung gebracht, als unsere am Flughafen erworbenen Bustickets, die uns zum Pier bringen sollten, auf einmal nicht mehr gültig sein sollten. Wieder einmal eine Situation, in der wir fast geplatzt wären. Erst nachdem ich einen Aufstand angezettelt habe, kam der eigentlich gebuchte Transporter dann doch vorbei.
Ko Phangan – Ko Samui
Ursprünglich wollten wir nur nach Ko Phangan, die Nachbarinsel von Ko Samui. Leider hatten wir nicht bedacht, dass wir genau zur Zeit des Full Moon Festivals dort ankommen. Wir haben leider nur ein Zimmer für eine Nacht gefunden, weshalb wir am nächsten Tag mit der Fähre doch nach Ko Samui übersetzen mussten. Wer zur Full Moon Party fährt oder zur gleichen Zeit dort ist, sollte definitiv weit im Voraus eine Unterkunft buchen. In den anderen Orten war eine spontane Buchung trotz Hochsaison meist noch möglich. Auf Ko Samui waren wir zum ersten Mal auf der ganzen Reise drei Tage an einem Ort. Absolut empfehlenswert war unser Hotel, das Bo Phut Resort und Spa. Ko Samui ist definitiv nichts für die kleine Geldtasche, hier ist alles deutlich teurer als im restlichen Land.
Ko Samui – Bangkok – Siem Reap
Auf Ko Samui haben wir uns spontan dazu entschlossen, nach Kambodscha, speziell Siem Reap zu fliegen (wer weiß, ob man nochmal hinkommt..). Leider konnten wir nicht direkt von Ko Samui fliegen, was sehr komfortabel wäre, sondern mussten mit dem Nachtzug (dieses Mal 2. Klasse, nicht zu empfehlen) über Surat Thani und Bangkok Flughafen fahren.
Siem Reap
Siem Reap ist eine Flugstunde von Bangkok entfernt. Das Visum kann vor Ort am Flughafen erworben werden, Passbilder sollte man jedoch dabei haben. Für uns war Siem Reap das Highlight der gesamten Reise. Wir kamen abends an und in der Stadt war Stromausfall. Alle Menschen saßen bei Kerzenschein in ihren Häusern uns an der Straße, während unser Tuk Tuk Fahrer uns zum Hotel fuhr (sehr empfehlenswert: Petit Villa Boutique & Spa). Von dort aus haben wir am nächsten Tag Angkor Wat und die umliegenden Tempel besichtigt. Es ist wirklich beeindruckend und auch noch einmal deutlich anders als die Tempel in Thailand. Wunderschön ist auch die Waldanlage, in der die Tempel stehen. Theoretisch kann man auch alles mit dem Fahrrad erkunden, uns war es jedoch zu heiß. Sowieso kann man es in Siem Reap gut drei Tage aushalten. Wir haben uns an den Abenden einfach durch die Stadt treiben lassen und auf dem Markt geshoppt. Übrigens kann man hier meiner Meinung nach besser einkaufen als in Thailand. Alles in allem hat Kambodscha auf uns den Eindruck gemacht, dass Thailand vermutlich vor Jahren mal genau so war: weniger überlaufen, weniger verbraucht und sehr freundlich. Wir waren sehr begeistert.
Da unser Rückflug wieder von Bangkok aus losging, waren wir “gezwungen”, dort noch einmal 1,5 Tage zu verbringen. Ich habe mich kurzfristig für einen Kochkurs bei der Silom Thai Cooking School entschlossen, der 4 Stunden dauerte. Es war absolut grandios. Erst ging es über einen Markt, wo uns die typisch thailändischen Kräuter erklärt wurden und dann in die Kochschule, wo wir 6 Gerichte zubereitet haben (ich weiß jetzt auch, wie man Kokosmilch selbst macht oder Curry Paste). Ein Satz der Lehrerin beschreibt sehr gut, wie aufwendig die Zubereitung ist: Thai food takes long preparation but short cooking.
Am nächsten Tag ging es zurück in die Heimat. Alles in allem war es eine tolle Reise, die viel Raum für Entspannung bot, weil wir sehr viele neue Eindrücke gewonnen haben und gar keine Zeit hatten, an irgend etwas anderes zu denken. Den Norden haben wir gar nicht gesehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er auch eine Reise wert ist.













