Landhotel Moarwirt: Dahoam in Bayern

Vor kurzem hatte ich aus Jobgründen die Gelegenheit, ein sehr schönes Hotel kennen zu lernen, das ich privat wohl niemals gebucht hätte, weil es mich im Urlaub (leider) viel zu selten in Deutschland hält: das Landhotel Moarwirt. Es befindet sich ca. 100 km vom Münchner Flughafen entfernt in einem kleinen Ort namens Hechenberg – unweit von Bad Tölz. Die Einrichtung lässt sich wohl am besten mit modern-rustikal bezeichnen, was super in die Umgebung passt. Gebucht wird es wohl gerne von Wanderern, die in der Gegend Urlaub machen. Wer die Stille liebt und sucht, der ist hier genau richtig!

Eindruck macht das Hotel durch seine vielen liebevollen Details, zum Beispiel den Zimmerschlüssel, der an einer Kuhglocke hängt oder die superschön gedeckten Tische, die den Speiseraum zu einem echt bayrischen Erlebnis machen. Apropos Speisen: die Küche des Hotels ist absolut fantastisch. Viele Zutaten werden im hauseigenen Garten angebaut – und das schmeckt man. Im Übrigen verkaufen die Inhaber zum Beispiel Holunderblütensirup und Säfte aus eigener Produktion, die allesamt so schön verpackt sind, das sie sich perfekt als Geschenk für Familie und Freunde eignen. Das Personal war total freundlich und in Tracht gekleidet, was mich abermals darin bestätigt hat, mir vielleicht doch mal ein Dirndl zuzulegen. Es sah einfach schön aus.

Beim Essen mit dabei waren des Öfteren auch die hauseigene Katzen und Hunde. Im Übrigen ist der Moarwirt von einem riesigen Biergarten umgeben, im Sommer ist hier garantiert viel los. Ich kann dieses süße, kleine Hotel für einen kurzen Erholungstrip absolut empfehlen…

Im Paradies: Robinson Club Daidalos auf Kos

Als Kontrastprogramm zu meinem Segelurlaub rund um Mallorca (ich berichtete vor kurzem) haben wir uns zuletzt 8 volle Tage Robinson Club Urlaub auf Kos gegönnt. Der Club heißt Daidalos und gehört zu den ältesten Clubs der Marke. Die meisten Menschen, die ich kenne und die noch nie zuvor im Club-Urlaub waren (wobei Club-Urlaub ja auch sehr weit gefasst ist), reagieren eher ein wenig verhalten, wenn man sagt, dass man in einen “Club” fährt. Zum zweiten Mal in meinem Leben konnte ich nun einen Beginner von den Qualitäten speziell des Robinson Clubs überzeugen und erkläre hier, warum unbedingt jeder, der es sich leisten kann und möchte, zumindest einmal in einen Robinson Club Urlaub fahren sollte. Und nein, es handelt sich hier nicht um Schleichwerbung, alles, was ich schreibe, meine ich auch so. Leichte Übertreibungen hinsichtlich Robinson könnten höchstens auf Gehirnwäsche in meiner auch schon von Robinson-Urlauben geprägten Kindheit zurückzuführen sein…

Im Robinson Club lernt man (eigentlich) immer angenehme Menschen kennen

Jep, auch dieses Mal wieder. Zudem erspart man sich die unangenehmen Menschen, die eher auf einen All-in-Ballermann-Urlaub sparen. Natürlich gibt es auch unter den Robinson-Gästen Menschen, mit denen man nach fünf Minuten nicht mehr weiterreden möchte (auch wenn sie es vielleicht möchten), aber die Quote ist kleiner.

Im Robinson Club kann jeder das tun, wozu er Lust hat

Mal ganz ehrlich. Wenn nicht gerade beide genau die gleichen Hobbys haben (z.B. Wandern oder nur faul rumliegen oder nur lesen) wird es in einem normalen Hotel ohne das weitreichende Sport-Angebot von Robinson schwierig, alle zufrieden zu stellen. Im Robinson Club kann ich morgens Yoga machen, mittags Tennis spielen und nachmittags auf dem Katamaran mit meinem Freund mitsegeln. Ok, für den ein oder anderen mag dies Stress bedeuten, für mich nicht. Höchstens, wenn ich daran noch ein Tennis-Doppel anschließe, was auch schon mal vorkam. Familien mit Kindern müssen sich um die Beschäftigung ihres Nachwuchses keine Sorgen machen, die Betreuung und Bespaßung ist ganztägig garantiert. Nicht aufgezählt habe ich das Wellness- und Ausflugsprogramm.

Das Essen ist von exzellenter Qualität, die Tischweine sind okay

Der Robinson Club Daidalos ist kein All-in Club. Das bedeutet, dass bei allen Mahlzeiten Tischweine und Bier inklusive sind, alle weiteren Alkoholika jedoch separat bezahlt werden. Das Essen ist in jedem Club auf gleich hohem, wirklich sehr guten Niveau. Es gibt jeden Tag verschiedene Motti: Frutti di Mare, Griechischer Abend, Asiatisch…Wer hier über das Essen meckert, den kann ich nicht ernst nehmen. Bei den Tischweinen hat man die Auswahl zwischen weißem, roten und rosé – alle drei sind okay. Hervorragend sind die frischen Säfte am Morgen und Mittag (z.B. Gurke, Apfel, Minze). Mittags besteht die Möglichkeit bis in den Nachmittag hinein im Strandrestaurant zu essen – für Langschläfer eine super Sache. Ebenfalls in Anspruch genommen werden kann ein Edel-Restaurant nach Vorab-Reservierung.

Die Anlagen sind gut gepflegt, die Zimmer sind schön

Bei diesem Punkt muss ich fairerweise sagen, dass die Clubs deutlich variieren. Daidalos gehört deswegen zu meinen Favoriten, weil die Felslage mit Blick auf das Meer und vorgelagerte Inseln einfach einmalig ist. Hier stört kein Nachbarhotel den Blick, keine lauten Geräusche den Schlaf. Greece at its best! Im Daidalos Club hat noch dazu jedes Zimmer Meerblick, selbst die günstigsten Kategorien. Die Zimmer im Daidalos wurden vor einigen Jahren renoviert und sind meines Erachtens wirklich gut geworden. Man sollte keine Luxus-Zimmer erwarten, was meiner Meinung nach aber auch nicht nötig ist, weil ich nur zum Schlafen auf dem Zimmer bin. Hauptsache sie sind sauber. Über die schönen Bademäntel habe ich mich auch gefreut!

Der Service ist optimal, das Personal mehr als bemüht

“Der Kunde ist König” trifft im Robinson Club noch zu. Von der Begrüßung bis zur Verabschiedung wird alles dafür getan, dass die Gäste sich wohlfühlen. Nicht wundern sollte man sich, wenn man abends mit dem Vornamen begrüßt wird – hier wird eben nichts vergessen.

Nicht gut gefallen haben mir die Abendshows außer die geniale Avantgarde Society-Party. Aber wer nicht möchte, der muss sich das ja auch nicht anschauen. So ein Urlaub hat natürlich auch seinen Preis, ist aber in der Nebensaison absolut bezahlbar. In der Hauptsaison muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Der Vorteil: Alle Sportangebote, z.B. Katamaran-Verleih, Schläger-Verleih, Plätze etc. sind inklusive. Das läppert sich in anderen Hotels ja gerne mal. Nicht empfehlen würde ich Robinson Menschen, die im Urlaub “ihre Ruhe haben möchten”, “keinen Sport machen” und “kleine Kinder nervig finden”.

Ich glaube ein Stück weit ist Robinson wie eine “Sekte”. Wer einmal gefangen ist, der kommt nicht mehr raus. Und will auch nicht mehr raus. Wer diese Art von Urlaub nicht kennt, wird sie wohl auch nicht vermissen. Eine kleine Anekdote habe ich aber noch: Auf dem Rückflug habe ich ein Paar getroffen, dass sonst immer Robinson bucht, dieses Mal aber nicht. Die beiden hatten eine total enttäuschende Woche in einem Sensimar-Hotel hinter sich. Weder das Essen, noch das Zimmer, die Gäste oder sonst irgendwas hatte ihnen gefallen – vermutlich war alles ganz normal, aber eben nicht, wenn man Robinson ver-/ge-wöhnt ist. Zur Relativierung meiner Begeisterung sei noch gesagt, dass ich 8-10 Tage für vollkommen ausreichend halte. Bei längerem Aufenthalte empfehle ich, die Clubanlage auch einmal zu verlassen.